wer's glaubt, wird selig...

für mich ist gott/göttin ein konzept des kollektiven bewusstseins. und da wir alle der göttlichen quelle entstammen, hat jeder weg zu gott/göttin die gleiche existenzberechtigung.

die meisten menschen glauben an eine höhere macht, an einen personifizierten gott, der über unser leben wacht und diejenigen in die hölle schickt, die hier auf erden sündhaft wandeln. auch dies ist nur ein perfekt inszeniertes bild, um weiterhin ängste in uns zu schüren. wir allein erschaffen uns den himmel oder die hölle auf erden, durch die summe all unserer gedanken, überzeugungen, verhaltensweisen und den umgang mit unseren nächsten.

viele religionen sind ideologisch stark instrumentalisiert und die entwicklung der glaubensinhalte hält nicht schritt mit der entwicklung des menschlichen bewusstseins. ausserdem scheinen sie ihren gemeinsamen ursprung vergessen zu haben. und so stehen sie heute mehr denn je für teilung und polarität anstatt für einheit bzw. ganzheit. dabei unterscheiden sich die grossen weltreligionen grösstenteils nur in unwichtigen details.

alle religionen, nicht nur christentum, buddhismus, judentum, islam und alle anderen, sondern auch geld, politik, starkult und new age in all ihren unterschiedlichen erscheinungsformen versuchen zu verhindern, dass wir über das jeweilige programm hinausschauen. zugrunde liegt eine einfache formel:
angst = kontrolle = macht. so versetzt jedes "religionsprogramm" seine anhänger in angst davor, gott zu verärgern und ihn stattdessen durch die befolgung von regeln bei laune zu halten, um eine fahrkarte ins paradies zu erhalten.

das spiel ist einfach: man stellt eine lange liste an regeln auf, von denen man behauptet, sie kämen von gott, ernennt eine priesterschaft, die "deutet", was gott gemeint haben könnte und versetzt die schäfchen in angst und schrecken, indem man ihnen damit droht, was geschehen werde, wenn sie gegen gottes gesetze verstossen.

man muss vor allem die freiheit anderer menschen achten - gott tut es auch.

(papst johannes XXIII.)

in der realität sieht es allerdings anders aus. alle religionen fordern für sich selbst die freiheit und das recht, für ihren glauben missionieren zu dürfen, ausgenommen sind immer nur jene, die anderen glaubens sind.

wozu brauchen wir priester, kalifen oder rabbis, die uns sagen, was wir zu denken und wie wir zu leben haben? kein menschliches wesen, auch nicht die stellvertreter gottes auf erden, besitzt diese reinheit und vollkommenheit. die worte in unseren "gotteshäusern" sind oft durchtränkt von der sprache des menschlichen verstandes, jedoch fern von der liebe gottes. gott urteilt nicht, bewertet nicht, verurteilt nicht, verachtet nicht, grenzt nicht aus.

interview mit gott

ende mai 2001 entdeckte reata strickland ein "Interview mit Gott" eines/einer unbekannten verfassers/vefasserin und veröffentlichte es auf ihrer website reata.org. die urheberschaft ist bis heute nicht geklärt. würde sich der/die wirkliche autor/in bitte erheben?

inzwischen gibt es das "Interview mit Gott" (auf englisch) auch als kleines büchlein, erschienen bei Free Press.

ich träumte, ich hätte ein interview mit gott.

"du möchtest also ein gespräch mit mir?" fragte gott.

"wenn du die zeit hast" sagte ich.

gott lächelte "meine zeit ist die ewigkeit. welche fragen würdest du mir gerne stellen?"

"was erstaunt dich am meisten an den menschen?"

gott antwortete... "dass sie der kindheit überdrüssig werden. sich beeilen, erwachsen zu werden, um sich dann danach zu sehnen, wieder kinder sein zu können.

dass sie um geld zu verdienen, ihre gesundheit auf's spiel setzen, und dann ihr geld ausgeben, um wieder gesund zu werden.

dass sie durch die ängstlichen blicke in die zukunft ihr jetzt vergessen, sodass sie weder in der gegenwart noch in der zukunft leben.

dass sie leben, als würden sie niemals sterben, um dann zu sterben, als hätten sie niemals gelebt."

gott nahm meine hand und wir schwiegen gemeinsam eine weile. dann wollte ich wissen... "was möchtest du, dass deine kinder lernen?"

gott antwortete mit einem lächeln "dass man niemanden veranlassen kann, jemanden zu lieben, sondern zulassen darf, geliebt zu werden.

dass es nicht förderlich ist, sich mit anderen zu vergleichen.

dass eine reiche person nicht jemand ist, der/die das meiste hat, sondern vielleicht das wenigste braucht.

dass es nur wenige sekunden braucht, einem menschen tiefe wunden zuzufügen, jedoch viele jahre, diese wieder zu heilen und dass vergebung durch gelebtes vergeben geschieht.

dass es menschen gibt, die sich tief und innig lieben, jedoch nicht wissen, wie sie ihre gefühle ausdrücken sollen

dass zwei menschen dasselbe betrachten können und es unterschiedlich sehen.

dass es manchmal nicht genug ist, vergebung zu erhalten, sondern sich selbst zu vergeben.

und dass ich hier bin - immer!"